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Die Anfänge in Kirch- und Nordborchen (1914–1945)

Der Ursprung des heutigen SC Borchen liegt nicht in einem Vereinsbüro, sondern auf einfachen Wiesen im Ortskern. Irgendwann während des Ersten Weltkriegs sahen Jugendliche in Kirchborchen englischen Kriegsgefangenen beim Fußballspielen zu. Was zunächst neugieriges Zuschauen war, wurde schnell zur eigenen Leidenschaft. Gespielt wurde auf Menken Wiese, später auf Ahlen Wiese an der Bachstraße. Die ersten Gegner kamen aus Tudorf, Wewelsburg und anderen Orten des Almetals.

Um am organisierten Spielbetrieb teilnehmen zu können, gründeten die Hobbykicker am 18. Mai 1926 unter Führung von Konrad Hartmann die DJK Blau-Gelb Kirchborchen. Der DJK-Verband, 1920 gegründet, verstand sich als katholischer Sportverband, der die Jugend im Geiste des Glaubens fördern wollte. Am 23. Juni 1932 folgte in Nordborchen die Gründung der DJK Schwarz-Weiß Nordborchen. Erster Vorsitzender wurde Vikar Karl Dornhoff. Dass zwei eigenständige Vereine in zwei Dörfern mit zusammen weniger als 2.000 Einwohnern entstanden, war bemerkenswert. Dennoch prägten beide DJK-Vereine das sportliche Leben in ihren Ortsteilen bis zum Krieg.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet auch der Sport unter politischen Druck. 1935 wurde der DJK-Verband verboten, da er als zu katholisch und vereinsautonom galt. Die Vereine bestanden zwar weiter, doch ihre organisatorische Grundlage war entzogen. Spätestens mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kam das Vereinsleben nahezu vollständig zum Erliegen.

Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Angriff auf Polen der Krieg. In Kirch- und Nordborchen wurden nahezu täglich Einberufungsbefehle zugestellt. Immer mehr junge Männer, darunter zahlreiche aktive Fußballer, mussten an die Front. Bereits am dritten Kriegstag war in Nordborchen mit Josef Fahney der erste gefallene Sportkamerad zu beklagen. Kurz darauf erreichte auch Kirchborchen die Nachricht vom Tod des Sportkameraden Josef Napiralla.

In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Gefallenen und Verwundeten stetig. Über 200 junge Männer aus Kirch- und Nordborchen standen im Kriegsdienst. Viele von ihnen waren zuvor prägende Spieler oder engagierte Mitglieder der beiden Fußballvereine. Der Spielbetrieb kam vollständig zum Stillstand. Sportplätze blieben ungenutzt, Vereinsaktivitäten waren nicht mehr möglich.

Als sich der Krieg ab 1943 auch spürbar in der Region auswirkte und 1945 amerikanische Truppen über Haaren auf Paderborn und weiter in Richtung Borchen vorrückten, standen andere Sorgen im Mittelpunkt als der Sport. Häuser wurden beschädigt, Menschen verloren ihr Leben, Familien wurden auseinandergerissen. Auch in Kirch- und Nordborchen hinterließ der Krieg deutliche Spuren.

Der Zweite Weltkrieg riss eine tiefe Lücke in beide Vereine. Viele talentierte Sportkameraden kehrten nicht zurück. Nicht mehr all ihre Namen sind bis heute vollständig überliefert, doch ihr Verlust prägte die Vereinsgeschichte nachhaltig. Als 1945 die Waffen schwiegen, war vom organisierten Fußball in beiden Dörfern kaum mehr etwas übrig.

Was blieb, war die Erinnerung an ein buntes Vereinsleben und an die Überzeugung, dass Gemeinschaft auch schwere Zeiten überdauern kann. Genau auf dieser Grundlage sollte der Sport in Borchen nur ein Jahr nach dem Krieg wieder auferstehen.