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Wie neue Sportarten Borchen veränderten (1949–1977)

Während sich in Nord- und Kirchborchen über Jahrzehnte vieles um den Fußball drehte, wuchs parallel eine Entwicklung heran, die den Charakter des späteren SC Borchen entscheidend prägen sollte: die Öffnung für weitere Sportarten.

Den Anfang machte 1949 der Tischtennissport. In Nordborchen gründeten sportbegeisterte junge Männer um den später langjährigen Vorsitzenden Heinz Gerbeth den TTC Nordborchen – die erste weitere Sparte neben dem Fußball. Gespielt wurde zunächst in der Gaststätte Amedieck an der Paderborner Straße und in der Mühle Baxpöhler im heutigen Mühlenwinkel, später in der Gemeindehalle Nordborchen. Tischtennis entwickelte sich schnell zu einer festen Größe im Ort und brachte früh eigene sportliche Identität in das Vereinsleben ein.

In Kirchborchen entdeckte man 1957 das Turnen für sich. Unter der Leitung von Gerhard Wölfer und Heinrich Cramer entstand eine Turnsparte, die 1959 zur Sparte „Leichtathletik und Turnen“ erweitert wurde. Mangels Sporthalle trainierte man zunächst in der Aula der Volksschule. Bald nahmen die Sportlerinnen und Sportler an Wettkämpfen teil, zunächst auf dem Sportplatz in Alfen. 1968 richteten sie im Alfer Buchholz im Auftrag des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen einen großen Wettkampf aus – ein Zeichen dafür, dass sich hier etwas Eigenständiges entwickelt hatte.

Ebenfalls aus dieser Sparte heraus entstand ab 1967 das Basketballspiel in Borchen. Heinrich Cramer führte den Sport zunächst unter dem Dach der Leichtathleten ein. Da es noch keine eigene Turnhalle gab, stellte die Rudolf-Steiner-Schule in Schloß Hamborn ihre Festhalle zur Verfügung. Die Bedingungen waren improvisiert – ein marodes Hallendach zwang die Spieler nicht selten dazu, vor Trainingsbeginn den Boden zu wischen. Doch auch hier zeigte sich der typische Borchener Pioniergeist. Mit der Fertigstellung der Sporthalle an der Altenauschule 1972 verbesserten sich die Trainingsbedingungen deutlich. 1977 wurde Basketball schließlich eine eigenständige Abteilung.

Diese Entwicklungen zeigen: Bereits vor der Fusion von 1970 war Borchen sportlich breiter aufgestellt, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Als sich Nord- und Kirchborchen am 25. Juli 1970 zum Sport-Club Borchen 1926/32 e.V. zusammenschlossen, brachten beide Seiten mehr mit als nur Fußball. Nordborchen steuerte eine gewachsene Tischtennissparte bei, Kirchborchen die Bereiche Turnen, Leichtathletik und Basketball.

Die Fusion war deshalb nicht nur ein Zusammenschluss zweier Fußballvereine – sie war der Beginn einer echten Mehrspartenstruktur. Diese Struktur wurde in den folgenden Jahren weiter gefestigt: 1971 entstand die eigenständige Fußballjugendabteilung, 1974 wurde der Abteilungsbegriff offiziell in die Satzung aufgenommen, Abteilungsleiter wurden Teil des erweiterten Vorstands. Ebenfalls 1974 kam mit der Damensportabteilung (heute Fitness & Gesundheit) eine weitere prägende Säule hinzu, 1975 folgte Judo. 1976 gründete Wolfgang Wahle den Lauftreff unter dem Motto „Laufen, ohne zu schnaufen“, aus dem sich 1977 die eigenständige Leichtathletik und Turnabteilung entwickelte.

So entstand innerhalb weniger Jahre aus einem Fußballverein ein vielseitiger Sport-Club. Die 1970er-Jahre waren damit weit mehr als nur eine Phase der organisatorischen Neuordnung – sie markierten den Übergang vom reinen Fußballverein hin zu einem breit aufgestellten Sportverein für die gesamte Gemeinde.

Der SC Borchen war damit endgültig mehr als „König Fußball“. Er war zu einem Ort geworden, an dem unterschiedliche Sportarten, Generationen und Interessen unter einem gemeinsamen Dach zusammenfanden.