Bereits in der ersten Saison nach Vereinsgründung, 1932/33, schaffte die DJK Schwarz-Weiß Nordborchen den Aufstieg in die zweite Kreisklasse, während die Kirchborchener DJK noch in der dritten Kreisklasse spielte – der erste und einzige belegte Erfolg im Borchener Seniorenfußball vor der kriegsbedingten Einstellung des Spielbetriebs 1939. Nach dem Zweiten Weltkrieg traten beide Orte zunächst gemeinsam als Spielvereinigung Borchen in der ersten Kreisklasse an. Bereits nach einer Saison trennten sich die Wege wieder: Nordborchen gründete die Sportfreunde, begann in der zweiten Kreisklasse und stieg nur zwei Jahre später sensationell in die Bezirksklasse auf. Dieses Team, das seinerzeit wegen seiner Spielweise und seines Auftretens den Spitznamen „Klein Katernberg“ trug, gilt bis heute als eines der legendärsten in der Geschichte des Borchener Fußballs.
Die Bezeichnung Klein Katernberg bezog sich auf die Mannschaft der Sportfreunde Katernberg aus dem gleichnamigen Essener Stadtteil, die in jener Zeit für ihre kampfstarke, ehrliche und leidenschaftliche Spielweise bekannt war: ein Sinnbild des sogenannten Malocherfußballs mit Herz, Körpereinsatz und Teamgeist, wie er im Ruhrgebiet zelebriert wurde. Ein ausführlicher Artikel im dritten Teil dieser Festschrift widmet sich dieser besonderen Mannschaft und ihrer Bedeutung für die Entwicklung des Fußballs in Nordborchen. Es folgte leider der sofortige Abstieg und mit der Zeit rutschten beide Vereine in eine sportliche Krise, die in der Abmeldung beider Seniorenmannschaften nach der Saison 1950/51 gipfelte.
Nach einem Jahr Pause gelang es beiden Ortsteilen, erneut Teams für den Spielbetrieb zu stellen. In den folgenden 13 Jahren hatten die Sportfreunde aus Nordborchen die sportliche Nase vorn. Zwischen den Spielzeiten 1956/57 und 1963/64 trennten die Teams sogar zwei Spielklassen: Während Kirchborchen schon 1953/54 wieder in die zweite Kreisklasse abrutschte, gelang Nordborchen 1955/56 unter Trainerduo Heinrich Mezger und Günter Potthöfer der erneute Aufstieg in die Bezirksklasse, wo man sich bis 1963/64 behauptete. Erst 1964/65 schaffte auch der FC DJK Kirchborchen den Wiederaufstieg in die erste Kreisklasse, womit endlich wieder Ortsderbys auf Ligaebene ausgetragen werden konnten. Bis 1970 scheiterten beide Vereine mehrfach knapp am Aufstieg, woraufhin sie sich im Sommer 1970 zum SC Borchen zusammenschlossen.
Doch auch unter neuem Namen ließ der gewünschte sportliche Erfolg zunächst auf sich warten. In den Spielzeiten 1974/75 und 1977/78 wurde der Aufstieg jeweils knapp verpasst. Erst in der Saison 1979/80, zehn Jahre nach der Fusion, gelang unter Trainer Manfred Schlichting der lang ersehnte Aufstieg. Nach acht Punkten Rückstand zur Winterpause zog das Team am letzten Spieltag mit TuRa Elsen gleich und gewann das Entscheidungsspiel in Wewer vor 1.500 Zuschauern mit 2:1.
Leider konnte die Klasse nur zwei Jahre gehalten werden. In der Saison 1985/86 folgte gar ein Abstieg in die Kreisliga B, der aber umgehend korrigiert werden konnte. Zwischen 1992/93 und 1995/96 belegte der SCB vier Mal den zweiten Platz, bevor 1997 unter Trainer Michael Max erneut der Sprung in die Bezirksliga gelang.
Doch auch dieses Mal hielt man sich nur zwei Jahre. Trainer Josef „Beppo“ Hecker formte daraufhin eine neue Mannschaft mit dem Ziel, den SCB nicht nur zurück in die Bezirksliga zu führen, sondern ihn dort auch nachhaltig zu etablieren. Nach abermals mehreren gescheiterten Anläufen gelang 2003/04 der Aufstieg vor dem damaligen Dauerrivalen SV Marienloh.
In einem starken ersten Jahr folgte beinahe der Durchmarsch in die Landesliga – leider nur fast. Hecker übergab danach zunächst an Heinz Mehlich, später folgte Manfred Steins. Drei weitere Spielzeiten spielte der SCB oben mit, bis 2007/08 tatsächlich der Aufstieg in die Landesliga gelang. Der Traum währte nur ein Jahr, dennoch war das Ziel erreicht: Der SCB hatte sich überregional etabliert und ist heute, nach nunmehr 22 Jahren ununterbrochener Bezirks- oder Landesliga-Zugehörigkeit, eine feste Größe im Paderborner Fußball.
2003 (unter Beppo Hecker) und 2006 (unter Heinz Mehlich) gelang es dem SCB gar zwei Mal den Kreispokal zu gewinnen und anschließend im Westfalenpokal anzutreten. 2004 schied man dort erst in der dritten Runde gegen den Oberligisten SV Lippstadt aus. Nachdem man zur Pause noch 3:1 führte, konnte man nach langer Zeit in Unterzahl nicht mehr ausreichend gegenhalten und unterlag schließlich mit 3:4. Dennoch ein fantastischer Tag auf dem Hessenberg.
Aktuell verfügt der SCB über eine der spannendsten jungen Mannschaften in der Bezirksliga. Dennoch trennte man sich bereits vor der Winterpause der Saison 2025/26 von Trainer Thomas Bentler, der den SCB in zwei Amtszeiten über mehr als fünf Jahre betreute.
Im Oktober 2025 übernahmen Andreas Wegener, der bereits seit neun Spielzeiten Teil des Trainerteams ist, und Waldemar Ritter die Verantwortung für die Mannschaft. Von Beginn an standen beide vor der Aufgabe, die junge Rasselbande mit einem Altersdurchschnitt von unter 22 Jahren zu stabilisieren und zu formen. Bemerkenswert ist, dass 14 Spieler in der eigenen Jugend ausgebildet wurden und somit echte Borchener Jungs sind. Ein Qualitätsmerkmal, das sicherlich nicht viele Bezirksligisten vorweisen können.
Und das neue Trainerduo konnte bereits nach knapp zehnwöchiger Amtszeit einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte feiern. Am 29.12.2025 gelang mit dem Sieg beim Silvestercup etwas bislang Einmaliges. Ob in der Halle oder vor dem Livestream, nicht nur Borchen, sondern der gesamte Fußballkreis fieberte im Finale gegen den Post TSV Detmold mit dem SCB. Der 1:0-Erfolg stellt einen außergewöhnlichen sportlichen Höhepunkt dar, der zu Recht Erwähnung in dieser Festschrift findet und sicherlich einen großen Schub für die Restsaison geben wird.


